...die fallweise aus Erzählungen bekannte jüngere Geschichte der 2. Republik, die persönlichen Schicksale der Betroffenen, die damals herrschenden Verhältnisse und die oftmals bekannten Namen und Örtlichkeiten beeindrucken, lassen bildhaft die damaligen Situationen und Umstände entstehen und können uns als Nachfolgegeneration helfen, diesen Teil der Geschichte zu begreifen. Denn persönliche Schicksale gehen über die analytischen geschichtlichen Daten hinaus; bedrohliche Lebensumstände bewirken Reaktionen, die uns heute fremd sind und die von uns, die wir das Glück haben, nach dieser Kriegs- und Besatzungszeit geboren zu sein, oftmals losgelöst von den damals herrschenden Umständen betrachtet werden.
Korrekte geschichtliche Aufarbeitung ist weder ein Schuldvorwurf, noch ein Dramatisieren. Es ist ein Sammeln von Fakten, die aneinandergereiht ein Bild des untersuchten Zeitraumes ergeben. Ein Bild das einen Teil unserer Geschichte ausmacht und mit dem sowohl die Generationen, die damals betroffen waren, als auch die heutigen Generationen leben müssen. Daher ist es sinnvoll, eine
Betrachtung dieses „geschichtlichen“ Bildes zu ermöglichen und es für
unser Verständnis
zu nutzen.
Auszug aus Vorwort von Bezirkshauptmann Dr. Heinz Zimper |